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Home :: Freitagsgebet :: Archiv :: 01.05.2009 - Der Heilige Qur’an - Das Buch des Lebens
Redner: Ayatollah Dr. Reza Ramezani

Der Heilige Qur’an - Das Buch des Lebens

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.
Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten.
Ich rate mir selbst und Ihnen zu Frömmigkeit und Gottesfurcht.
 
Mit Gottes Hilfe werden wir in einigen Ansprachen Dinge über das Buch des Menschen, den erhabenen Qur’an, erwähnen. Ein Blick in dieses große göttliche Buch wird uns die darin enthaltenen tiefen Einsichten und himmlischen Lehren näher bringen. Der Qur’an ist das Buch des menschlichen Lebens, er ist das ewige Wunder des Herrn. Binden sich die Menschen daran, so werden sie durch Seinen Segen die Glückseligkeit in dieser Welt und im Jenseits erlangen. Zweifelsohne findet man darin alles, was mit der Rechtleitung der Menschen zu tun hat:
 
 „…Und Wir haben Dir das Buch zur Erklärung aller Dinge herniedergesandt, und als Führung und Barmherzigkeit und frohe Botschaft für die Gottergebenen.“ (Sure an-Nahl, Vers 89)
 
Das Buch beinhaltet die „Erklärung aller Dinge“. Man muss beachten, dass sich das Wunder des Qur’an nicht nur auf seine Eloquenz beschränkt. Aus menschlicher Sicht ist die Eloquenz des Qur’an zwar wundersam, doch fordert er heute noch alle heraus. So wie damals, könnten sich auch heute alle Menschen, alle Dschinn und alle Wissenschaftler zusammensetzen, und sie würden es nicht schaffen, solch belebende Verse wie die Qur’anverse zu verfassen. Diese Behauptung ist im großen göttlichen Buch enthalten. Es ist ein Buch, welches vollständig aus göttlichem Licht besteht. Macht man sich mit einem solchen Buch vertraut, wird man erleuchtet, findet den richtigen Weg und das richtige Ziel:
 „O ihr Menschen, zu euch ist in Wahrheit ein deutlicher Beweis von eurem Herrn gekommen; und Wir sandten zu euch ein klares Licht hinab.“ (Sure an-Nisa, Vers 174).
 „Darum glaubet an Gott und Seinen Gesandten und an das Licht, das Wir hernieder gesandt haben. Und Gott kennt wohl, was ihr tut“ (Sure at-Taghbun, Vers 8). )
Die Vertrautheit mit einem solchen Buch führt die Vollkommenheit suchende menschliche Seele zu ihrem hohen Ziel:
 
 „Fürwahr, dieser Qur’an leitet zum Richtigsten und bringt den Gläubigen, die gute Werke tun, die frohe Botschaft, dass ihnen großer Lohn zuteil werden soll.“ (Sure al-Isra’, Vers 9).
 
Die Vertrautheit mit diesem Buch ist der Schlüssel zum Verständnis der Wahrheit der Schöpfung. Betrachten wir es als Hauptquelle der Kenntnis über Gott und über die Welt, erlangen wir die reinsten und vollkommensten Erkenntnisse. Der erhabene Herr verbindet die Stufen der menschlichen Vollkommenheit mit dem Qur’an, wie auch mit den Stufen des Paradieses: „Es gibt so viele Stufen des Paradieses, wie es Qur’anverse gibt. So wird dem Qur’anleser am Tag der Auferstehung gesagt: ‚Lies und steigere dich.’“
 
Der Qur’an beinhaltet die Anweisungen für jede Stufe der Erkenntnis. Nachdem sich der Mensch mit ihm vertraut gemacht hat, wird er sich reich und würdig fühlen. Imam Sadeq (a.s.) sagte:
 
„Wer den Qur’an liest, der wird danach kein anderes Bedürfnis haben.
Darüber hinaus gibt es nichts, was alle seine Bedürfnisse beseitigen wird.“
 
Am Tag der Auferstehung wird er schön und jung erscheinen und seinem Begleiter sagen: Wo immer Du auch hingehst, werde ich Dich begleiten. Es ist auch überliefert worden dass jemand, der die Rechte des Qur’an einhält, die Hilfe des Qur’an zugeteilt bekommt, und am Tag der Auferstehung eine höhere Position erreichen wird. Während der Mensch sich mit diesem göttlichen Buch vertraut macht und es rezitiert, ist es wichtig, dass er über das, was er im Qur’an lernt, nachdenkt. Der nächste Schritt ist die Umsetzung der Inhalte, welche mit der Wahrheit der menschlichen Seele zu tun haben. Man muss das Gefäß seiner Existenz mit Erkenntnissen aus der klaren Quelle des Qur’an füllen, welches die göttliche Intuition ist.
 
Die Befolgung dieses himmlischen Buches ist das Ziel der göttlichen Propheten, öffnet dem Menschen die Wege zur Erkenntnis, und lässt ihn die qur’anische Erziehung genießen. Eine Gesellschaft, deren Individuen sich mit dem Verständnis der im Qur’an enthaltenen Erkenntnisse und deren Umsetzung befassen, nennt man eine qur’anische Gesellschaft. Sie ist stets darum bemüht, diese intuitive menschliche Lehre zu erhalten und sie zu verewigen.
Der Qur’an ist ein heiliges Buch, welches die göttlichen Anweisungen zu einem besseren Leben und zur Auswahl des richtigen Lebensweges beinhaltet, und man ist darauf angewiesen, ganz gleich, in welchem Zeitalter. Die wissenschaftlichen Entwicklungen der Postmoderne ersetzen die auf Intuition basierenden Lehren des Qur’an nicht. Um eventuelle Schäden zu verhindern oder zu heilen, welche Probleme für die Menschheit zu verursachen drohen, muss man sich an die göttlichen Bücher wenden, damit in den Gesellschaften wahre Ruhe und Frieden in den Gedanken und Seelen erzielt werden.
 
Es muss daran erinnert werden, dass man sich nicht nur mit der Qur’anrezitation zufrieden geben sollte. Man sollte über den Inhalt nachdenken und sich in ihn hineinversetzen. So wird man würdig erzogen, mit den Lehren des Qur’an geschmückt und man kann seine menschliche und religiöse Identität bewahren.
 
In dieser Ansprache werden angesichts des Geburtstages von Hazrate Zaynab (a.s.) einige Dinge über diese große religiöse, islamische Persönlichkeit erwähnt. Man brachte sie nach ihrer Geburt zum Propheten (s.), der sie Zaynab (a.s.) nannte und alle dazu aufrief, sie zu respektieren. Zaynab (a.s.) hatte eine hohe wissenschaftliche und spirituelle Position, so dass Imam Zaynu-l-Abidin (a.s.) sie als eine meisterlose Wissenschaftlerin und Denkerin vorstellte. Sie bekam den Beinamen „Die Weise der Familie Haschim“, was nur einer ihrer vielen Beinamen war.
 
Diese edelmütige Frau wurde sechs Jahre vor dem Tod des Propheten (s.a.s.) geboren und heiratete ihren Cousin, Abdullah ibn Dschafar. Sie hatte fünf Kinder: Muhammad, Ali, Abbas, Aun und Umm-Kulthum. Solange sie lebte, war sie eine Freundin, Gehilfin und Leidgenossin ihrer Eltern und Brüder, Imam Hasan (a.s.) und Imam Husayn (a.s.). Im Jahre 60 nach der Hidschra nahm sie mit Einverständnis ihres Ehemannes an der heiligen Bewegung von Aschura teil und half ihrem Bruder Imam Husayn (a.s.), wofür sie viele Opfer brachte. Nach dem Märtyrertod Imam Husayns (a.s.) und seiner treuen Gefährten, verbreitete sie die Botschaft dieser großen Bewegung auf die beste und schönste Art. Mit ihren enthüllenden Ansprachen in Kufa und Damaskus erhielt sie die Ziele dieser großartigen Bewegung mit unendlicher Kraft aufrecht. Sie starb schließlich im Jahre 62 nach der Hidschra.
 
Sie überlieferte Geschehnisse von ihrer edelmütigen Mutter. Sie hatte nicht nur eine hohe wissenschaftliche und spirituelle Position und war anerkannte Überlieferin, sie war auch außerordentlich begabt, was die Redekunst und Poesie betraf. Sie hatte eine besondere wissenschaftliche Position, so dass sie auf Wunsch der Frauen in Kufa und mit der Erlaubnis ihres edelmütigen Vaters Qur’anexegese unterrichtete. Somit gilt sie als Lehrerin der Frauen und Qur’anexegetin.
 
Studiert man das Leben dieser edelmütigen Frau, hat man ein gutes Vorbild. Denn die wahre Position der Frau als wertvoller Mensch und als jemand, der der wissenschaftlichen und spirituellen Vervollkommnung nachgeht, ist im Leben dieser großartigen Frau besonders gut sichtbar. Sie erfüllte ihre göttliche Pflicht in ihrer Gesellschaft, indem sie ihre Identität und ihre Reinheit auf die beste Weise bewahrte. Sie überbrachte durch das, was sie in ihrem Leben praktizierte, die große Botschaft der göttlichen Propheten, vor allem des erhabenen Propheten Muhammad (s.), nämlich den Aufruf zum monotheistischen Gottesdienst. Vertieft man sich ein wenig in ihr Leben, erkennt man die Position der Frau aus der Sicht des Islam. Der Islam legt nämlich auf die Frauen in der Gesellschaft einen ebenso großen Wert wie auf die Männer und beruft sich dabei auf ihre wissenschaftliche und spirituelle Position. Im Qur’an und in den Überlieferungen, die sich mit der Erweiterung der Wahrheit hinter der menschlichen Existenz befassen, wird nicht zwischen Mann und Frau unterschieden. Beide können durch Anstrengung und durch Umsetzen ihres Glaubens das reine Leben erlangen und hohe Ränge bei ihrem erhabenen Herrn erklimmen. Die heutige Gesellschaft, vor allem die Frauen, sollten das Leben dieser großartigen Persönlichkeit studieren, damit sie die Reinheit und Erziehung ihrer Kinder richtig erlernen, gleichzeitig in ihrer Gesellschaft als weise und verantwortungsbewusste Personen aktiv sein können und das Erlernte auch in ihrem eigenen Leben durchsetzen können.
 
Wir nähern uns bald auch dem internationalen Tag der Arbeiter. Wir schätzen diesen Tag und die Position der Arbeiter und erinnern daran, dass die Arbeit, die Anstrengung und der Wert der Arbeiter in der islamischen Lehre sehr hoch geschätzt werden. So wie der Islam die Arbeit in einer Gesellschaft als Wert erachtet, so rät er allen dazu, die Arbeiter zu respektieren und zu würdigen. Und der Friede sei mit euch und die Gnade Gottes und Seine Segnungen.

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