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Home :: Freitagsgebet :: Archiv :: 07.08.2009 - Hindernisse für den Gehorsam dem Heiligen Qur’an gegenüber
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Redner: Ayatollah Dr. Reza Ramezani

Hindernisse für den Gehorsam dem Heiligen Qur’an gegenüber

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.
Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.
 
Ein wichtiges Thema, das beachtet werden muss, sind die Dinge, die den Menschen daran hindern, dem Qur’an gegenüber folgsam zu sein. Zu diesen Hindernissen gehört die Unachtsamkeit, vor allem Gott gegenüber, denn der Mensch ist dazu verpflichtet, bei all seinen Taten an seinen Schöpfer zu denken und auf Ihn zu vertrauen, wenn er in seinem Streben nach Vervollkommnung Erfolg haben möchte. Sollte er aber unachtsam sein, sich mit weltlichen Dingen beschäftigen und dadurch seine Verantwortungen vergessen, wird er in seinen Verlagen und seiner Gier untergehen. Es mag den Anschein haben, dass einige dieser Menschen ein gutes Leben führen, doch können sie die wahre Süße des menschlichen Lebens nicht genießen. Der Qur’an stellt fest,  dass ihr Leben schwierig und kümmerlich ist:
 
 „Wer sich aber von Mir abwendet und Meiner nicht gedenkt, wird ein kümmerliches Leben führen, und Wir führen ihn am Jüngsten Tag dem Blinden gleich vor. Er wird fragen: ‚O mein Herr! Warum hast Du mich blind auferweckt, da ich doch auf Erden sehen konnte?’ Er wird dann sprechen: ‚So ist es. Zu dir sind Unsere Zeichen des Beweises gekommen, und du hast sie missachtet. So wirst du heute missachtet sein.’“[1]
 
Unachtsamkeit gegenüber dem Qur’an ist nicht weniger folgenschwer als Unachtsamkeit gegenüber Gott. Dieses Buch ist ein göttliches Geschenk, und wenn der Mensch diese große göttliche

Gabe nicht nützt, wird er ein bitteres und unangenehmes Leben führen. Nimmt er jedoch mit diesem heiligen Buch Kontakt auf, wird der Mensch von Unachtsamkeit und Ignoranz gereinigt. Die Nähe zum Qur’an hilft Dinge zu beherzigen, die man ansonsten vergessen hätte. Der Heilige Qur’an legt dies besonders schön dar:
 
 „So erzählen Wir dir die Nachrichten früherer Völker. Dir haben Wir ein ermahnendes Buch (den Qur’an) von Uns herabgesandt. Wer sich davon abwendet, wird am Jüngsten Tag eine schwere Bürde zu tragen haben und sich die qualvolle Strafe der Hölle zuziehen. Darin werden sie ewig verweilen. Eine schlimmere Bürde am Jüngsten Tag gibt es nicht.“[2]
 
Was den Menschen vom Erlangen der Vervollkommnung abhält ist seine Ergebenheit der Begierde gegenüber. Sie führt zu Schmach und Schande und stürzt ihn ins Unglück. Sie erniedrigt den Menschen so weit, dass er die Fähigkeit verliert, seinen Verstand und sein Denkvermögen zu nutzen, so dass er alles umso mehr in den Dienst des Teufels und der Begierde stellt. Dieses Übel führt dazu, dass ihm die göttliche Rechtleitung verwehrt bleibt, und er sich nicht an die göttlichen Befehle und Regelungen hält.
 
Im Qur’an steht:
 „Hast du den gesehen, der sich nach Lust und Laune Götter nimmt? Wie kannst du für ihn verantwortlich sein?“[3]
 „…Wer geht mehr irre als derjenige, der seinen Launen folgt ohne Rechtleitung von Gott?...“[4]
 
„In dieser Welt gibt es kein größeres Götzenbild als die Triebseele, der man folgt.“[5] In den Lehren des Propheten (s.a.s.) und der göttlichen Sachwalter wurde stets betont, dass man sich von der Lust und Laune distanzieren muss. Der launenhafte Mensch distanziert sich von der Wahrheit und tut Dinge, die dem Menschen nicht gebühren. Diese Abschweifung führt dazu, dass seine Bildungsfähigkeit und Spiritualität völlig vernichtet werden. Folgender Satz, der vom Propheten (s.a.s.) und von Imam Ali (a.s.) überliefert wurde, verweist genau darauf: „Der gefährlichste Abgrund auf dem Weg zu eurer Glückseligkeit sind eure Lust und Laune und eure langfristigen Träume. Der Begierde nachzulaufen bringt euch von der Wahrheit ab, und eure großen Träume lassen euch das Jenseits vergessen.“[6] Im Laufe der Geschichte waren es meistens Menschen, die ihrer Triebseele folgten, der Wahrheit ihren Rücken zukehrten, den falschen Pfad beschritten, sich den göttlichen Befehlen widersetzten und auf Irrwege kamen, die sich gegen die Wahrheitsliebenden stellten und sie bekämpften.
Sünde und Ungehorsam gehören zu den Dingen, die dem Menschen den Erfolg rauben, dem Qur’an gegenüber folgsam zu sein. Durch die Sünde verliert das Herz seine Feinheit und ebnet teuflischen Wünschen den Weg. Die Sünde frisst sich wie Lepra in die Seele und vernichtet den Menschen von innen, so dass für nichts anderes mehr Platz ist. Es kommt soweit, dass man sich nicht nur den göttlichen Befehlen widersetzt, sondern dass man die göttlichen Zeichen und Befehle verspottet. Die Herzen solcher Menschen sind eingerostet, sie sind nicht mehr imstande, die Wahrheit zu nützen.[7] Der Qur’an sagt über diese Menschen:
 
 „Dann kam das Ende der schlimmsten Frevler, die Gottes Zeichen der Lüge ziehen und über sie spotteten.“[8]
 
In den Überlieferungen wurden die destruktiven Wirkungen der Sünde auf verschiedene Arten dargelegt. Der Prophet (s.a.s) sagte: „Häufiges Sündigen verdirbt das menschliche Herz.“[9] „Wenn der Diener sündigt, erscheint ein schwarzer Punkt auf seinem Herzen. Wenn er zurückkehrt und das Sünden lässt und um Vergebung bittet, wird sein Herz gereinigt. Wenn er wieder sündigt, verbreitet sich das Schwarz über seinem Herzen bis er das ganze Herz eingenommen hat.“ Darauf wurde in folgendem Qur’anvers hingewiesen:
 
 „Nein! Ihre Untaten haben ihre Herzen versiegelt.“[10]
 
In einer anderen Überlieferung spricht der Prophet (s.a.s.) von Wegen, die Sünde zu bekämpfen: „Besprecht euch, trefft euch und tragt die Überlieferungen (der religiösen Autoritäten)vor, denn sie reinigen unser Herz. Unser Herz kann einrosten wie ein Schwert auch, und die Überlieferungen polieren unser Herz.“
 
Die Kenntnis über die Wirkungen der Sünde hindert den Menschen weitgehend daran, Sünden zu begehen. Die Sünde vernichtet die Gottesdienste, zerstört das Unterscheidungsvermögen und den Verstand, verhindert den Empfang göttlicher Gaben, bringt den Menschen dazu, andere zu unterdrücken und zu quälen und führt dazu, dass der Herr dem Menschen seine Gaben verwehrt, abgesehen von den vielen weiteren üblen Wirkungen[11], die alle eines gemeinsam haben: Sie verhindern, dem Herrn gegenüber folgsam zu sein. Und der Friede und die Gnade Gottes und Seine Segnungen seien mit euch.
 


[1] Sure Ta Ha, Verse 124-126.
[2] Sure Ta Ha, Verse 99-101.
[3] Sure al-Furqan, Vers 43.
[4] Sure al-Qasas, Vers 50.
[5] Al-Mizan fÍ tafsir al-qur’an, Bd. 15, S. 257; Tafsir nemuneh, Bd. 15, S. 103.
[6] Nahgu-l-Balaga, Ansprachen Nr. 28 und 42.
[7] Sure al-MuÔaffifin, Vers 14. 
[8] Sure arRum, Vers 10.
[9] Daru-l-Husur
[10] Sure al-Mutaffifin, Vers 14.
[11] Für weitere Informationen s. Ta’mollÍ bar kolliyat gonah Schenasi (Eine Überlegung zur allgemeinen Sündenlehre“.

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