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Home :: Freitagsgebet :: Archiv :: 18.09.2009 - Merkmale der Leugner des Heiligen Qur’an
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Redner: Ayatollah Dr. Reza Ramezani

Merkmale der Leugner des Heiligen Qur’an

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.
Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.
 
In zahlreichen Versen wurde erwähnt, dass diejenigen, die sich vom Heiligen Qur’an abwandten, eine Art Unterdrückung und Ungerechtigkeit begingen, so z. B. Vers 4 der Sure al-Furqan, und Vers 21 der Sure al-An`am. In diesen Versen wird betont, dass die Ungläubigen, die über den Heiligen Qur’an und den edlen Propheten (s.a.s.) Lügen verbreiten, in der Tat großes Unrecht tun. Sie lehnen die göttlichen Verse ab und verhindern ihre eigene Glückseligkeit. Das Unrecht, das sie begehen, hat mehrere Aspekte; zum einen tun sie damit dem Heiligen Qur’an und zum anderen sich selbst und ihrer Gesellschaft Unrecht und verhindern, dass sie selbst oder ihre Gesellschaft den rechtschaffenen Lebensweg erkennen und somit in Unbedachtheit und Unwissenheit verharren. Sie sind die Ungerechtesten von allen.[1]
 
Hier ist es angebracht, die Merkmale derjenigen, die den Heiligen Qur’an ablehnen und der Wahrheit Unrecht tun, zu betrachten. Es soll jedoch nicht unerwähnt bleiben, dass die Ablehnung, Verleumdung, der Hohn und Ausreden wie z. B. dass die Anweisungen des Heiligen Qur’an in einer bestimmten Zeit Geltung hatten und in der Postmoderne für eine ideale Lebensweise nicht mehr benötigt werden, in jeder Zeit und überall zum Vorschein kommen können. Es kann sogar Menschen geben, die den Heiligen Qur’an im Allgemeinen akzeptieren, aber glauben, man müsse nicht jede in ihm gegebene Anweisung genau praktizieren.
 
Zu den Merkmalen solcher Personen gehört Geistlosigkeit oder Torheit. Sie weigern sich, ihr Denken zu ändern. Sie beharren auf traditionellen Gedanken, die sie zum Maßstab ihres Tuns machen. Solche Gedanken können den Menschen jederzeit überkommen und ihn vom Pfad der Wahrheit abbringen. Fragt man diese Menschen, warum sie die göttlichen Anweisungen nicht beachten, antworten sie: Wir halten uns an die Bräuche unserer Vorfahren, denn das sind die besten Verhaltensweisen. Wir brauchen dieses Buch und seine Anweisungen nicht. Sie beharren auf ihren Antworten, egal wie oft man versucht, ihnen zu erklären, dass ihre Glückseligkeit im Erhören des göttlichen Aufrufes liegt. So wurde über sie gesagt, dass sie wie Tiere sind; sooft man sie ruft und davor warnt, dass sie sich durch ihre Distanz vom Heiligen Qur’an gefährden, so ist es doch, als wären sie taub, stumm und blind.[2]
 
Ein weiteres Merkmal ergibt sich aus dem zuvor genannten, nämlich Verlust. Indem sie in sich selbst und in den anderen Zweifel aufkommen lassen, wenden sie sich von den göttlichen Anweisungen ab und verlieren ihre existenziellen Kapazitäten; sie verhindern nämlich, dass sich ihre Talente und Fähigkeiten entfalten. Traurig ist dabei, dass sie anderen die Schuld geben:
 
 „Und jene, die ungläubig sind, sprechen: ‚Wir wollen keineswegs an diesen Heiligen Qur’an glauben, noch an das, was vor ihm ist’“ Und könntest du nur sehen, wenn die Frevler vor ihren Herrn gestellt werden, wie sie sich wechselseitig die Schuld zuwerfen! Diejenigen, die verachtet waren, werden dann zu denen, die hochmütig waren, sprechen: ‚Wäret ihr nicht gewesen, ganz gewiss wären wir Gläubige geworden.’ Jene, die hochmütig waren, werden zu denen, die verachtet waren, sprechen: ‚Waren wir es etwa, die euch vom rechten Weg abwendig machten, nachdem er zu euch gekommen? Nein, ihr selbst wart die Schuldigen.’ Und jene, die verachtet waren, werden zu denen, die hochmütig waren, sprechen: ‚Nein, aber es war (euer) Ränkeschmieden bei Nacht und Tag, als ihr uns hießet, nicht an Gott zu glauben und Ihm Götter zur Seite zu setzen.’ Und in ihrem Innern werden sie von Reue erfüllt sein, wenn sie die Strafe sehen; und Wir werden Fesseln um die Nacken derer legen, die ungläubig waren. Sie werden nur für das belohnt werden, was sie getan.“[3]
 
Ihre Ausreden und Vorwände werden ihnen aber am Tag der Auferstehung nicht helfen. Sie haben sich aus eigenem Willen für den falschen Pfad entschieden und müssen nun dafür büßen. Sie waren es, die sich weigerten, die Wahrheiten des Heiligen Qur’an zu hören. Sie raubten sich selbst die Gelegenheit, dem Heiligen Qur’an zuzuhören und brachten die dunkle Unwissenheit über sich.[4] Auch andere hinderten sie daran, den Heiligen Qur’an zu erhören.[5] Wenn die Monotheisten den Heiligen Qur’an rezitierten, machten sie Lärm und ließen nicht zu, dass sie selbst oder die anderen die Qur’anverse hören konnten.[6] Sie suchten stets Gelegenheiten, ihrer Ablehnung Ausdruck zu verleihen, auch indem sie den Heiligen Qur’an verspotteten.
 
Ein weiteres Merkmal ist, dass sie den Heiligen Qur’an völlig ignorieren.[7] Statt ihren Horizont durch die Lehren des Heiligen Qur’an zu erweitern und das unendliche Wissen zu nützen, zeigen sie nur Undankbarkeit.[8] Sie wagen es, den Heiligen Qur’an gänzlich als Lüge zu erachten[9] oder bloß als Märchen, das sie von ihren Vorfahren erreicht hat[10] und vom Propheten lediglich abgeschrieben wurde.
 
Zu den anderen Merkmalen der Leugner gehört, dass sie ständig Ausreden suchen und sagen: Wieso schickt Gott keinen Propheten, dem wir gehorchen, damit wir zu den Gläubigen zählen können? Als man ihnen den Heiligen Qur’an zeigte, fanden sie eine andere Ausrede: Wieso unterscheidet es sich von dem, was Moses (a.s.) gegeben wurde? Gott erinnerte sie, um ihre Frage zu beantworten, an dieselben Ausreden: So wie sie die göttlichen Verse zu Zeiten Mose (a.s.) leugneten, lehnen sie sie zuzeiten des Propheten (s.a.s.) ab,[11] sie haben nämlich nicht vor, die Wahrheit zu akzeptieren, sie wollen auf ihren Irrwegen bleiben. Zu den Merkmalen der Verweigerer der göttlichen Botschaft gehört weiter, dass sie den Qur’an für wertlos ansehen[12], ihn für ihre eigenen Zwecke benutzen, ähnliche Verse suchen und falsche Interpretationen davon darlegen.[13] Sie verschwören sich gegen den Heiligen Qur’an und bekämpfen ihn.[14] Sie fechten ihn an[15], was ihre Art ist, doch sind sie ihm gegenüber schwach und unfähig[16] und versuchen sich durch falsche Gedanken und Ablehnung[17] aus diesem Dilemma zu befreien. Diejenigen, die ihre Ablehnung zeigen, indem sie den Heiligen Qur’an bekämpfen, sind Sünder[18], ungerecht[19], Lügner[20], Heuchler[21] und ungläubig[22]. Sie sind taub, stumm und verirrt.[23]
 
Wir bitten den erhabenen Herrn um den Segen der Rechtleitung des Heiligen Qur’an, und darum, dass wir stets auf dem Pfad dieses göttlichen Buches bleiben. Und der Friede und die Gnade Gottes und Seine Segnungen seien mit euch.


Anmerkungen:
[1] Sure al-An`am, Vers 21.
[2] Sure al-Baqara, Verse 170-171.
[3] Sure Saba, Verse 31-33.
[4] Sure Fussilat, Verse 2-4.
[5] Sure Fussilat, Vers 26.
[6] Ebd.
[7] Sure al-Furqan, Vers 30.
[8] Sure al-Isra, Vers 89.
[9] Sure al-Furqan, Vers 4.
[10] Sure al-Furqan, Vers 5.
[11] Sure al-Qasas, Verse 47-48.
[12] Sure al-Waqia, Vers 81.
[13] Sure Al-Imran, Vers 7.
[14] Sure al-Hajj, Vers 51.
[15] Sure al-Kahf, Vers 54.
[16] Sure Hud, Verse 13-14.
[17] Sure al-Anbiya, Vers 50.
[18] Sure al-Baqara, Vers 99.
[19] Sure al-An`am, Vers 33.
[20] Sure an-Nahl, Vers 105.
[21] Sure at-Tauba, Verse 64-65.
[22] Sure al-An àm, Verse 4-7.
[23] Sure al-An`am, Verse 38-39.

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