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Home :: Freitagsgebet :: Archiv :: 31.07.2009 - Voraussetzungen für den Gehorsam dem Heiligen Qur’an gegenüber
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Redner: Ayatollah Dr. Reza Ramazani

Voraussetzungen für den Gehorsam dem Heiligen Qur’an gegenüber

 Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen.
Aller Lobpreis gebührt Gott, dem Erhabenen, dem Herrn aller Welten. Wir danken Ihm für Seine Gnade und Seine Gaben und bitten Ihn um Hilfe und Rechtleitung in allem, was wir tun, und hoffen, dass Er uns in Seine Gunst aufnimmt. Sein Frieden und Segen seien mit unserem Propheten Muhammad (Friede sei mit ihm), seinen reinen Nachkommen (Friede sei mit ihnen) und seinen rechtschaffenen Gefährten. O Diener Gottes, ich rate mir selbst und Ihnen allen zur Ehrfurcht vor Gott und zum Gehorsam gegenüber Seinen Geboten.
 
Aus den bisherigen Diskussionen haben wir erschlossen, dass der Muslim den Heiligen Qur’an als ein himmlisches Buch befolgen soll. Was jedoch die Bereitschaft im Menschen weckt, dem Qur’an Folge zu leisten, ist ein gänzlich anderes Thema. Anders formuliert: Welche Faktoren sind notwendig, und welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden, damit der Mensch dem Qur’an Folge leisten kann? Dies gehört zu den wichtigen Dingen, die beachtet werden müssen. Es gibt offensichtlich einige Bedingungen, die den Gehorsam dem Qur’an gegenüber fördern. Die erste von ihnen ist der Glaube an den Qur’an. Jeder Muslim muss daran glauben, dass dieses Buch
       eine göttliche Offenbarung ist,
       in jeder Hinsicht vertrauenswürdig ist
       keinen Fehler, gleich welcher Art, enthält,
       dass sich niemand ihm gegenüberstellen kann,
       und dass niemand in der Lage ist, etwas Ähnliches zu schaffen.
 
Des Weiteren sollte der Muslim davon überzeugt sein, dass in diesem Buch Gesetze und Regelungen enthalten sind, die der Mensch benötigt. Der Qur’an spricht in den Versen 40 und 41 der Sure Baqara zwar die Gläubigen an und sagt:
 
„Mich allein sollt ihr fürchten. Glaubt an die von Mir herabgesandte Offenbarung (den Qur’an), die eure Schrift bestätigt! Seid nicht die ersten, die ihn leugnen, verkauft Meine offenbarten Verse nicht für einen geringen Preis! Mich allein sollt ihr fürchten!“
 
Doch dies kann genauso gut an alle Menschen gerichtet sein. Es wird daran erinnert, dass dieses Buch, d. h. der Qur’an, das Buch Gottes ist und die Worte Gottes enthält, und dass das darin Offenbarte der Rechtleitung der Menschen gilt.
 
Eine andere Bedingung für den Gehorsam gegenüber dem Qur’an ist der Glaube daran, dass der Qur’an ein Wunder ist. Wenn der Mensch glaubt, dass es bislang kein damit vergleichbares Buch gegeben hat, und wenn er bedenkt, welche Macht dieses Buch den Menschen gesandt hat und welche Regeln für die Glückseligkeit darin enthalten sind, wird er sich bemühen, sich nicht davon zu distanzieren und in allen Stufen seines Lebens daraus Nutzen zu ziehen.
 
Der Heilige Qur’an erwähnt in mehreren Versen sein Wunder und fordert jeden heraus, der ihn anfechten möchte, etwas wie den Qur’an zu schaffen. In manchen Versen lautet die Herausforderung sogar, zehn vergleichbare Suren oder auch nur eine Sure zu bringen. Doch niemandem kann dies gelingen, denn diese Worte stammen nicht von einem Menschen. Gott, der Erhabene, hat diese Verse dem liebevollen Herzen des Propheten (s.a.s.) offenbart; somit kann niemand auch nur annähernd ähnliche Verse verfassen:
                                                                    
„Sage: ‚Wenn sich die Menschen und die Dschinn zusammentun würden, um einen ähnlichen Qur’an zu schaffen, würden sie es nicht können, auch wenn sie einander eifrig dabei unterstützen würden.’“[1]
 
 „Wenn sie sagen: ‚Er hat ihn selbst erdichtet’, sage: ‚Bringt doch zehn gleiche Suren hervor, die ebenfalls ersonnen sind, und nehmt zu Hilfe, wen immer ihr anstatt Gott zu Hilfe nehmen könnt, wenn wahr sein sollte, was ihr behauptet!’ Wenn sie der Aufforderung nicht entsprechen können, dann wisset, dass die Offenbarung mit Gottes Wissen herabgesandt worden ist und es keine Gottheit außer Ihm gibt. Wollt ihr Ihm denn nicht ergeben sein?“[2]
 „Sie behaupteten: "Er hat ihn erdichtet." Sprich: "Bringt nur eine ähnliche Sure bei, wenn eure Behauptung wahr ist, und nehmt zu Hilfe, wen immer ihr außer Gott zu Hilfe nehmen könnt!"“[3]
 
Es ist klar dass man in seinem Gehorsam dem Qur’an gegenüber bestärkt wird und niemals unfolgsam ist, wenn man an das Wunder des Qur’an glaubt und die Überzeugung hegt, dass er bis zum Tag der Auferstehung eine Lebensanleitung für den Menschen sein kann.
 
Zu den anderen Dingen, die als Bedingung für die Folgsamkeit dem Qur’an gegenüber gelten können, gehört die Erkenntnis, zu deren Erlangung der Qur’an die Menschen auffordert. So müssen wir den Qur’an so gut kennen, dass wir zu jedem Zeitpunkt und in jeder Situation unsere Pflicht daraus entnehmen können, wozu allerdings nicht jedermann in der Lage ist. Jeder erzielt entsprechend seines Verstands, Wissens und seiner Aufmerksamkeit gewisse Erfolge darin. Wir begnügen uns hier mit den Worten von Imam Sadegh (a.s.), der die Frage beantwortet, wozu der Qur’an die Menschen auffordert:
 
„Ich erkannte das Wissen und das Bewusstsein der Menschen an vier Dingen: Wie sehr sie ihren Gott kennen, die Erkenntnis von der Macht, die in ihre Erschaffung eingeflossen ist, ihre Erkenntnis von dem, wozu ihr Herr sie auffordert, und die Kenntnis der Dinge, die sie von ihrer Religion abbringen.“[4]
 
Der Imam erwähnt in seinen Worten zwar nicht das, wozu der Qur’an auffordert, doch da er eine authentifizierte Persönlichkeit darstellt, die die Religion und die den Menschen betreffenden wissenschaftlichen Fakten kommentierte und darlegte, kann man daraus schließen, dass eine solche Kenntnis für die Befolgung des Qur’an sehr wichtig ist. Und der Friede sei mit euch und die Gnade Gottes und Seine Segnungen.


[1] Sure al-Isra, Vers 88.
[2] Sure Hud, Verse 13-14.
[3] Sure Yunus, Vers 38.
[4] Biharu-l-anwar, Bd. 1, S. 212, Bd. 6.

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